12.03.2025

Technologie von morgen, Probleme von gestern?Was tun gegen den Gender Gap in der Künstlichen Intelligenz?

Denkfabrik moderiert Vernetzungsinsel auf BMBF-Veranstaltung zum Weltfrauentag 2025

Diese Frage stand im Mittelpunkt der zentralen Veranstaltung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum Weltfrauentag 2025. Eine stärkere Beteiligung von Frauen in der KI-Forschung und in Führungspositionen ist entscheidend, um Deutschlands Spitzenposition in diesem Bereich zu sichern. Trotz der Präsenz hochqualifizierter und innovativer KI-Expertinnen bleibt der Gender Gap jedoch weiterhin bestehen.

Dieses Ungleichgewicht ist besonders relevant, da die Entwicklung von KI größtenteils in männlich dominierten Teams erfolgt. Dadurch besteht die Gefahr, dass wichtige Perspektiven in Forschung und Entwicklung unberücksichtigt bleiben. Zum Weltfrauentag diskutierte das BMBF daher mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, wie mehr Frauen für das Thema KI begeistert und ihre Teilhabe in diesem Zukunftsfeld gestärkt werden kann.

BMBF-Weltfrauentag-2025

Die Journalistin und Autorin Mona Ameziane moderierte die Veranstaltung, die mit Grußworten von Claudia Müller, Parlamentarische Staatssekretärin im BMBF, sowie Dr. Tina Klüwer, Leiterin der Abteilung Forschung für technologische Souveränität und Innovationen im BMBF, eröffnet wurde.

Die Keynote von Kenza Ait Si Abbou Lyadini widmete sich dem Gender Gap in der KI und warf erste Thesen für die anschließende Podiumsdiskussion auf.

Die Denkfabrik Digitalisierte Arbeitswelt wurde eingeladen, eine von drei Vernetzungsinseln zu zentralen Themenschwerpunkten zu betreuen, an denen sich die Teilnehmenden austauschen und vernetzen konnten. Im Vordergrund standen dabei die zahlreichen KI-bezogenen Projekte und Publikationen der Denkfabrik. So bestätigen bspw. auch die Forschungen der Denkfabrik erheblichen Gender Bias bei der Wahrnehmung und Akzeptanz von KI in der Hinsicht, dass Frauen häufig eine distanziertere Haltung gegenüber KI einnehmen und strukturelle sowie gesellschaftliche Faktoren diese Entwicklung beeinflussen. Das bedeutet auch, dass Frauen frühzeitig und kontinuierlich in die Aus- und Weiterbildung zu KI und ihren potenziellen Auswirkungen einbezogen werden müssen.

„In der Zeit, in der demokratische Werte wie persönliche Freiheit und Gleichberechtigung in einigen Ländern mit Füßen getreten werden, ist es umso wichtiger, dass wir uns in Deutschland und Europa zu Diversity als Mehrwert bekennen.“

Prof. Dr. Swetlana Franken

Der Anteil von Frauen in der KI-Forschung und -Entwicklung muss steigen, um nicht zuletzt geschlechtsspezifische Diskriminierungen und Verzerrungen in KI-Systemen  gezielt zu reduzieren. Als hilfreich dabei erweist sich zudem die frühzeitige Einbindung von Mitarbeitenden in KI-Projekte, um die nachhaltige Akzeptanz sicherzustellen. Insbesondere das hierzu im Rahmen der Transferprojekte von Arbeitswelt.Plus von der Denkfabrik entwickelte Vorgehensmodell zur Integration von Mitarbeitenden in strategische KI-Projekte kann ein erster Ansatzpunkt sein.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher der Vernetzungsinsel nutzten so die Gelegenheit, sich zu informieren, auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und spannende Diskussionen zu führen.

Die Beteiligung und das rege Interesse zeigen, wie wichtig der Dialog über Frauen in der KI ist – und dass wir gemeinsam viel bewegen können!