Vom 31. Januar bis zum 2. Februar zeigt die aktuelle Schau 41 Abschlussarbeiten aus den Studienrichtungen „Digital Media and Experiment“, „Fotografie und Bildmedien“, „Kommunikationsdesign“ und „Mode“. Die Arbeiten hinterfragen und visualisieren gesellschaftliche Herausforderungen wie die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen, die Suche nach Identität oder eine gesunde Work-Life-Balance.Mit ihrer Arbeit „tatenkraft“ möchte Laura Alicia Wanke freiwilliges Engagement sichtbarer und zugänglicher machen.
Bielefeld (hsbi). In Zeiten fundamentalen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandels lädt der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld (HSBI) zur öffentlichen Werkschau ein, um Abschlussarbeiten des vergangenen Wintersemesters vorzustellen. Die Eröffnung findet am Freitag, 31. Januar, um 18 Uhr im Gebäude in der Lampingstraße 3 in Bielefeld statt. Bis Sonntag, 2. Februar, kann die Ausstellung besucht werden. Zweimal im Jahr präsentiert der Fachbereich Bachelor- und Masterarbeiten der vier Studienrichtungen „Digital Media and Experiment“, „Fotografie und Bildmedien“, „Kommunikationsdesign“ und „Mode“. Letztere präsentiert außerdem, erneut angedockt an die Werkschau, herausragende Abschlusskollektionen ihrer Absolvent:innen in zwei bereits ausverkauften Modenschauen.
Gestaltung bedeutet aktive Auseinandersetzung mit Veränderungen
„Transformation ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine dringende Aufgabe unserer Zeit. Bestehende Strukturen müssen kritisch hinterfragt und kreativ neu gedacht werden, um künftig ein gutes Leben für alle Menschen und Lebewesen zu ermöglichen.“
Dekan Prof. Dirk Fütterer
„Transformation ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine dringende Aufgabe unserer Zeit“, erklärt Prof. Dirk Fütterer, Dekan des Fachbereichs Gestaltung. „Bestehende Strukturen müssen kritisch hinterfragt und kreativ neu gedacht werden, um künftig ein gutes Leben für alle Menschen und Lebewesen zu ermöglichen.“ Er betont die Bedeutung von Gestaltung als aktive Auseinandersetzung mit Veränderungen: „Unser Handeln beeinflusst maßgeblich, wie Menschen die Welt wahrnehmen und mit ihr umgehen.“ Nicht zufällig sei die HSBI eine University of Applied Sciences and Arts, eine Hochschule der angewandten Wissenschaften und Künste. „Es ist nun an der Zeit, dass wir den Anwendungsbezug nicht länger als Beschränkung von künstlerischer Freiheit begreifen. Große Veränderungsprozesse erfordern Zukunftsgestalter:innen“, so Fütterer.
Dekan Prof. Dirk Fütterer und Prodekanin Prof. Dr. Patricia Stolz.
Prodekanin Prof. Patricia Stolz unterstreicht die Rolle von Gestaltung in diesem Prozess: „Gestaltung kann komplexe Sachverhalte verständlich und zugänglich machen sowie dabei helfen, Kernthemen zu erkennen, zu verdichten und in eine Form zu bringen, die Menschen zum Nachdenken und Handeln anregen.“ Sie hebt hervor, dass gelungene Visualisierung schwieriger Themen ein Schlüssel ist, um sie in die Lebenswelt von Menschen zu integrieren, spontane Erkenntnisse zu ermöglichen und dadurch zum gemeinsamen Handeln zu motivieren. So kann Gestaltung komplexe Herausforderungen greifbar zu machen und eine breitere Akzeptanz, sowie aktive Beteiligung in der Gesellschaft zu fördern.
Exemplarisch im Folgenden einige Erläuterungen zu ausgewählten Abschlussarbeiten des aktuellen Wintersemesters:
Studienrichtung Digital Media and Experiment: Katharina Lübeck „You and Eye“
Die interaktive Installation „You and Eye“ von Katharina Lübeck, Master-Absolventin der Studienrichtung Digital Media and Experiment, beschäftigt sich mit der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen. Sie zeigt, wie Vorurteile dazu führen, Menschen auf ihre Krankheit zu reduzieren. Besucher:innen verlieren in der Installation die Kontrolle über ihr Spiegelbild, während eine Künstliche Intelligenz ein „stigmatisiertes“ Abbild von ihnen erzeugt. Dieses Spiegelbild soll gesellschaftliche Vorurteile sichtbar machen und dazu anregen, das eigene Denken zu hinterfragen. Lübecks Arbeit verbindet technologische Innovation mit sozialkritischer Reflexion und lädt dazu ein, Empathie und Verständnis für Betroffene zu entwickeln.
Die interaktive Installation von Katharina Lübeck soll erlebbar machen, wie es sich anfühlt, aufgrund einer psychischen Erkrankung stigmatisiert zu werden.
Studienrichtung Fotografie und Bildmedien: Helen Lüth „If I knew it all then, would I do it again?“
Helen Lüth geht in ihrer fotografischen Arbeit auf Spurensuche nach den sichtbaren und verborgenen Einflüssen auf das Erwachsenwerden der Generation Z und ihrer Gefühlswelt.
Helen Lüths fotografische Bachelor-Abschlussarbeit untersucht das Erwachsenwerden der Generation Z und ihre Gefühlswelt. Sie porträtierte 18 junge Menschen an prägenden Orten ihrer Jugend, ergänzt durch Aufnahmen von Jugendzimmern, Treffpunkten und Schulen. Der Schwerpunkt liegt auf der mentalen Gesundheit, die als unsichtbares, aber prägendes Element dargestellt wird. Lüth zeigt in ihren Porträts Unsicherheiten, Hoffnungen und die Suche nach Identität. Die Verbindung von Personen und Orten zeichnet ein zeitgenössisches Bild einer Generation, die ihren Platz in der Welt sucht und Herausforderungen mit neuen Perspektiven begegnet.
Studienrichtung Kommunikationsdesign: Laura Alicia Wanke „tatenkraft“
Wie kann man freiwilliges Engagement sichtbarer und zugänglicher machen? Mit dieser Frage hat sich Laura Alicia Wanke in ihrer Arbeit „tatenkraft“ auseinandergesetzt und dabei eine Initiative entwickelt, die über eine App gezielt Menschen mit passenden Ehrenamtsangeboten verbindet.
Mit ihrer Arbeit „tatenkraft“ möchte Laura Alicia Wanke, Bachelor-Absolventin Kommunikationsdesign, freiwilliges Engagement sichtbarer und zugänglicher machen. Sie entwickelte eine Initiative, die über eine App gezielt Menschen mit passenden Ehrenamtsangeboten verbindet. Ein zentrales Feature ist die personalisierte Suche, die den Einstieg ins Ehrenamt erleichtern will. Ergänzt wird die Initiative durch eine Werbekampagne, die für mehr Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum sorgt. „tatenkraft“ setzt auf Flexibilität und Gemeinschaft, um das Ehrenamt neu zu denken und Menschen dafür zu gewinnen, sich einfach und effektiv für gesellschaftliche Belange einzusetzen.
Studienrichtung Mode: Cinzia Nguyen „five to nine“
Mode-Absolventin Cinzia Nguyen zeigt in ihrer Modekollektion „five to nine“, wie das Pendeln zwischen Zuhause und Arbeitsplatz zum Ort des Denkens, Arbeitens und Lebens wird, ohne klaren Anfang oder Ende.
Bachelor-Absolventin Cinzia Nguyen thematisiert in ihrer Modekollektion „five to nine“ den Alltag des Pendelns zwischen Zuhause und Arbeitsplatz. Sie interpretiert diesen Zwischenraum als Sinnbild der modernen Lebensweise, die durch ständige Erreichbarkeit und Bewegung geprägt ist. Ihre Kollektion spiegelt diesen fließenden Zustand wider und erzählt Geschichten von Balance und Unschärfe. Die Arbeit zeigt, wie das Pendeln zum Ort des Denkens, Arbeitens und Lebens wird, ohne klaren Anfang oder Ende. Nguyens Entwürfe fangen diese Dynamik ein und verbinden sie mit ästhetischen und funktionalen Ansprüchen der Modegestaltung. (rm)
Werkschau Wintersemester 2024/25
Die Eröffnung der Werkschau und die Verabschiedung der Absolvent:innen des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Bielefeld findet am Freitag, 31. Januar um 18:00 Uhr bis 23 Uhr, statt. Am Samstag, 1. Februar, sowie am Sonntag, 2. Februar, ist die Werkschau von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Außerdem werden die Arbeiten in die Werkschau-Website integriert, die jedes Semester ergänzt wird.